ZUVERLÄSSIGKEIT VON SCHUTZVORRICHTUNGEN: DAS RISIKO UNGETESTETER SCHUTZVORRICHTUNGEN
Die Konstruktion wirksamer Schutzvorrichtungen ist eine grundlegende Anforderung der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG und der künftigen Maschinenverordnung (EU) 2023/1230. Die bloße Anbringung einer Schutzvorrichtung reicht nicht aus; entscheidend ist der Nachweis ihrer mechanischen Festigkeit.
Viele Hersteller beschränken sich auf Konformitätserklärungen, ohne objektive Labortests durchzuführen. Dies führt zu einer gefährlichen Diskrepanz zwischen Sicherheitserwartungen und Realität: Eine ungeprüfte Schutzvorrichtung könnte im entscheidenden Moment versagen und eine Schutzmaßnahme zu einem falschen Sicherheitsgefühl machen. Unfälle, die durch herausgeschleudertes Material oder gebrochene Werkzeuge verursacht werden, können dramatische Folgen für das Bedienpersonal haben.
ENTE CERTIFICAZIONE MACCHINE (ECM): GARANTIE FÜR SICHERHEIT UND KONFORMITÄT
In diesem Zusammenhang stellt das Vertrauen in eine unabhängige und akkreditierte Stelle wie die Ente Certificazione Macchine (ECM) eine strategische und verantwortungsbewusste Entscheidung dar. ECM ist eine benannte Stelle und ein akkreditiertes Prüflabor, das sich auf Prüf- und Zertifizierungsaktivitäten für die Industrie spezialisiert hat.
Der Vorteil von ECM liegt in der Durchführung gezielter Schlagprüfungen gemäß der Norm ISO 14120. Diese Prüfungen gehen über eine einfache Maßprüfung hinaus und analysieren die tatsächliche strukturelle Belastbarkeit von Schutzvorrichtungen, um den gefährlichsten Belastungen standzuhalten.
DER PROJEKTILPRÜFUNG (AUFPRALLPRÜFUNG): ÜBERPRÜFUNG DER INNENWIDERSTANDSFÄHIGKEIT
Der wichtigste Test zur Simulation von Gefahren im Inneren der Maschine ist der sogenannte „Ballistiktest“ oder Projektiltest. Dieser Test dient speziell dazu, die Widerstandsfähigkeit von Schutzvorrichtungen gegenüber Stößen zu bewerten, die aus dem Inneren des Gefahrenbereichs stammen.
ECM führt diese Prüfung mit einer speziellen Druckluftvorrichtung (einer „Kanone“) durch, die ein Objekt (das Projektil) gegen die Schutzvorrichtung abfeuert und so den Aufprall von mit hoher Geschwindigkeit herausgeschleuderten Gegenständen wie Splittern, abgebrochenen Werkzeugteilen oder Trümmern simuliert. Ziel ist es, sicherzustellen, dass die Schutzvorrichtung ihre strukturelle Integrität bewahrt und verhindert, dass das Projektil den Bedienerbereich erreicht. Dieses hochmoderne Gerät, das nur in wenigen europäischen Labors verfügbar ist, gewährleistet eine objektive Bewertung gemäß der Norm.
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